| „Vier Jahre...“ ging es Prätor Tamok durch den Kopf. Solange war es nun schon her, seit er an die Spitze des romulanischen Senats getreten war. Alle Senatoren waren seinerzeit von Shinzon, dem Remaner, ermordet worden, der wiederum von der USS Enterprise unter Captain Picard zur Strecke gebracht worden war. Jene Ereignisse waren ein schwerer Schlag für das Imperium gewesen und hatten es anfällig und schwach hinterlassen. Im Anschluss hatte es förmlich am Tropf der Föderation gehangen. Damals schienen die Drakh die perfekte Lösung zu besitzen, doch mittlerweile war Tamok schmerzlich bewusst geworden, dass sein Volk nun abhängiger war, als jemals zuvor – ER war abhängiger, als jemals zuvor. Deprimiert nahm er einen weiteren tiefen Schluck aus der Flasche mit dem romulanischen Ale. Der Alkohol setzte zwar seinem Körper zu, aber so konnte er sich wenigstens ein wenig Freiheit erkaufen. Und doch spürte er auch jetzt die Überwachung durch den Keeper. Allgegenwärtig. Furchtbar. Längst war ihm klar geworden, dass er nicht nur sich selbst, sondern sein gesamtes Volk an die Drakh verraten hatte. Sicher, zunächst hatte alles so vielversprechend ausgesehen. Neue Macht, starke Verbündete, die allen Gegnern des Imperiums das Fürchten lehren sollten, aber Tamok hatte schnell gemerkt, dass die neuen „Freunde“ eine ganz eigene Agenda verfolgten. Eine Agenda, in der das romulanische Imperium auch nur eine kleine Rolle zu spielen hatte – und die es am Ende womöglich in den Untergang führte. „Krieg mit der Föderation“, das hatte nach alten Zeiten geklungen, nach glorreichen Schlachten und noch glorreicheren Siegen, nach Ruhm und Macht. Doch die Föderation hatte sich einmal mehr als stärker herausgestellt, als gedacht. Nach den Erfahrungen aus dem Dominion-Krieg hätte Tamok es eigentlich besser wissen müssen. Niemals würden Menschen, Vulkanier und Andorianer sich kampflos ergeben. Ihre Freiheit war ihnen das Wichtigste. Seinerzeit hatte er sogar ein wenig Bewunderung für den Kampfgeist der Föderation und Sternenflotte verspürt. Und genau diese Bewunderung für die Stärke und Entschlossenheit seiner Gegner führte nun dazu, die Befehle der Drakh in Frage zu stellen. Auch wenn er noch so viel Hass für alles, was mit der Föderation zusammenhing, verspürte, so war es doch nicht recht, die Bevölkerung von über 150 Welten zu ermorden. Die Vorstellung war so ungeheuerlich; so viel Blut wollte er niemals an seinen Händen kleben haben. Doch was sollte er nur machen? Der Keeper las in seinen Gedanken, wie in einem offenen Buch und zwang ihn, Dinge zu tun, die er schon lange nicht mehr tun wollte. Er hatte daran gedacht, sich das Leben zu nehmen, doch er zweifelte daran, dass der Keeper ihm das gestatten würde, so lange er noch von Wert für die Drakh war. Außerdem war er sich sicher, dass sein Nachfolger sofort wieder einem Keeper ausgeliefert werden würde. Es hatte viel Zeit benötigt, um herauszufinden, dass er die immerwährende Kontrolle mit Alkohol ein Stück weit ausschalten konnte – ein neuer Prätor würde sicherlich ähnlich lange dafür benötigen und wäre in dieser Zeit ein noch willfährigeres Opfer, als Tamok selbst es jetzt war. Die Folgen für das Imperium, ja für die ganze Galaxie mochten unabsehbar sein. Also musste er durchhalten. Durchhalten und auf ein Wunder warten. | | „Vier Jahre...“ ging es Prätor Tamok durch den Kopf. Solange war es nun schon her, seit er an die Spitze des romulanischen Senats getreten war. Alle Senatoren waren seinerzeit von Shinzon, dem Remaner, ermordet worden, der wiederum von der USS Enterprise unter Captain Picard zur Strecke gebracht worden war. Jene Ereignisse waren ein schwerer Schlag für das Imperium gewesen und hatten es anfällig und schwach hinterlassen. Im Anschluss hatte es förmlich am Tropf der Föderation gehangen. Damals schienen die Drakh die perfekte Lösung zu besitzen, doch mittlerweile war Tamok schmerzlich bewusst geworden, dass sein Volk nun abhängiger war, als jemals zuvor – ER war abhängiger, als jemals zuvor. Deprimiert nahm er einen weiteren tiefen Schluck aus der Flasche mit dem romulanischen Ale. Der Alkohol setzte zwar seinem Körper zu, aber so konnte er sich wenigstens ein wenig Freiheit erkaufen. Und doch spürte er auch jetzt die Überwachung durch den Keeper. Allgegenwärtig. Furchtbar. Längst war ihm klar geworden, dass er nicht nur sich selbst, sondern sein gesamtes Volk an die Drakh verraten hatte. Sicher, zunächst hatte alles so vielversprechend ausgesehen. Neue Macht, starke Verbündete, die allen Gegnern des Imperiums das Fürchten lehren sollten, aber Tamok hatte schnell gemerkt, dass die neuen „Freunde“ eine ganz eigene Agenda verfolgten. Eine Agenda, in der das romulanische Imperium auch nur eine kleine Rolle zu spielen hatte – und die es am Ende womöglich in den Untergang führte. „Krieg mit der Föderation“, das hatte nach alten Zeiten geklungen, nach glorreichen Schlachten und noch glorreicheren Siegen, nach Ruhm und Macht. Doch die Föderation hatte sich einmal mehr als stärker herausgestellt, als gedacht. Nach den Erfahrungen aus dem Dominion-Krieg hätte Tamok es eigentlich besser wissen müssen. Niemals würden Menschen, Vulkanier und Andorianer sich kampflos ergeben. Ihre Freiheit war ihnen das Wichtigste. Seinerzeit hatte er sogar ein wenig Bewunderung für den Kampfgeist der Föderation und Sternenflotte verspürt. Und genau diese Bewunderung für die Stärke und Entschlossenheit seiner Gegner führte nun dazu, die Befehle der Drakh in Frage zu stellen. Auch wenn er noch so viel Hass für alles, was mit der Föderation zusammenhing, verspürte, so war es doch nicht recht, die Bevölkerung von über 150 Welten zu ermorden. Die Vorstellung war so ungeheuerlich; so viel Blut wollte er niemals an seinen Händen kleben haben. Doch was sollte er nur machen? Der Keeper las in seinen Gedanken, wie in einem offenen Buch und zwang ihn, Dinge zu tun, die er schon lange nicht mehr tun wollte. Er hatte daran gedacht, sich das Leben zu nehmen, doch er zweifelte daran, dass der Keeper ihm das gestatten würde, so lange er noch von Wert für die Drakh war. Außerdem war er sich sicher, dass sein Nachfolger sofort wieder einem Keeper ausgeliefert werden würde. Es hatte viel Zeit benötigt, um herauszufinden, dass er die immerwährende Kontrolle mit Alkohol ein Stück weit ausschalten konnte – ein neuer Prätor würde sicherlich ähnlich lange dafür benötigen und wäre in dieser Zeit ein noch willfährigeres Opfer, als Tamok selbst es jetzt war. Die Folgen für das Imperium, ja für die ganze Galaxie mochten unabsehbar sein. Also musste er durchhalten. Durchhalten und auf ein Wunder warten. |