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- | {{Logbuch | + | {{Logbuch 2 |
- | |Staffel = 23 | + | | Log = 222 |
- | |Log = 222 | + | | Staffel = 23 |
- | |Titel = | + | | Autor = Garrick Andersson |
- | |Autor = | + | | Autor 2 = Lew Sulik |
- | |Sternzeit = | + | | Titel = Tirka's Pride |
- | |Inhalt = | + | | Sternzeit = 62243,6 (29.03.2385 22:06 Uhr) – 62264,0 (06.04.2385 08:19 Uhr) |
| + | | Inhalt = |
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- | Dieser Eintrag wird noch erstellt.
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| + | „Wir |
| + | verlassen Schleife 9 und treten in den Engpassnummer 5 ein.“, |
| + | verkündete der junge Ensign pflichtbewusst, der dem erfahrenen |
| + | Kampfpiloten als Co-Pilot im Runabout Rhine zugewiesen worden war. |
| + | Lieutenant Ian Paice bestätigte mit knappen Worten die Meldung und |
| + | konzentrierte sich weiter auf die Flugbahn des kleinen Schiffes. Auch |
| + | wenn der Flugplan im Navigationscomputer einprogrammiert worden war, |
| + | diverse wechselnde Gravitationsfelder, unberechenbare Driftbojen und |
| + | weitere Unwägbarkeiten in diesem ausgefeilten Labyrinth erforderten |
| + | seine volle Aufmerksamkeit, falls der Kurs der Rhine plötzlich |
| + | angepasst werden musste. |
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| + | So war |
| + | es der Ensign der ihn auf eine neue Veränderung aufmerksam machte: |
| + | „Sir, uns kommt ein Schiff entgegen.“ „Details!“, forderte |
| + | Paice ohne von seiner Konsole aufzuschauen und sein Co-Pilot lieferte |
| + | nach: „Ein alter bajoranischer Frachter der Mormany-Klasse. |
| + | 270.000-Bruttoregistertonnen. Fliegt mit vollem Impuls auf den |
| + | Engpassnummer 5 zu.“ Der junge Mann schwieg für einige Sekunden, |
| + | während er angestrengt an seinem Computerterminal einige |
| + | Berechnungen durchführte und dann erschrocken aufsah: „Wir werden |
| + | auf halber Strecke in diesem Engpass auf den Frachter treffen!“ |
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- | Einsatz
| + | Beiden |
| + | Piloten war augenblicklich klar was das bedeutete: in diesem engen |
| + | Nadelöhr war kaum ausreichend Platz für beide Schiffe. Eine |
| + | Entdeckung oder gar eine Havarie war sehr wahrscheinlich. Darum |
| + | schlug der Ensign hastig vor: „Wir müssen umkehren. Hinter der |
| + | Schleife können den Frachter in einem großen Abstand passieren |
| + | lassen!“ |
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- | Autor: Karl Theodor Randon
| + | „Keine |
| + | Zeit...“, entgegnete der Kampfpiloten schnell aber in voller |
| + | Selbstbeherrschung. Sein geübtes Auge und seine geschärfte |
| + | Aufmerksamkeit hatte ihn mit einem Blick erkennen lassen, es für |
| + | einen Rückzug längst zu spät war. Darum erklärte er seinen |
| + | kurzfristig gefassten Plan: „Wir stellen auf manuelle Steuerung um |
| + | und manövrieren dicht an dem Frachter vorbei.“ „Aber Sir, so |
| + | dicht an einem Raumschiff manuell vorbei steuern?“ „Mit meiner |
| + | Spitfire mache ich nichts anderes Junge.“ „Aber ist das das |
| + | gleiche wie mit einem Runabout.“ |
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- | Sternzeit 62235.4
| + | „Nein!“, |
| + | antwortete Ian genauso knapp wie Wahrheitsgemäß, dennoch |
| + | entschlossen seinen Plan umzusetzen. Darum befahl er: „Wir müssen |
| + | nicht nur den Autopiloten abschalten sondern auch sämtliche |
| + | Sicherheitsprotokolle des Navigationscomputers deaktivieren.“ Auch |
| + | wenn er nicht von dem Plan des kommandierenden Piloten überzeugt |
| + | war, führte der Ensign dessen Befehle aus. Dennoch kam er, nach |
| + | gemeldeter Ausführung, nicht umhin zu fragen: „Warum die ganzen |
| + | Sicherheitsprotokolle?“ |
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| + | „Nichtmilitärische |
| + | Shuttles und Runabouts haben einiges mehr an solchen Protokollen.“, |
| + | gab der Pilot schnell aber ruhig von sich, während er die für den |
| + | neuen Kurs notwendigen Berechnungen durchführte: „Darunter |
| + | diverse Abstandsregulatoren für eine ausreichende Sicherheitsdistanz |
| + | zu anderen Schiffen.“ Paice schwieg für einige Sekunden um in |
| + | seiner Konzentration nicht abgelenkt zu werden. Als er mit den |
| + | Vorbereitungen fertig war, steuerte das Runabout manuell auf den zu |
| + | erwartenden Treffpunkt mit dem entgegenkommenden Schiff zu. Durch das |
| + | große Frontfenster vor ihm war das Schiff bereits mit bloßem Auge |
| + | zu erkennen und er erklärte abschließend: „Die |
| + | Sicherheitsprotokolle würden sonst automatisch den Kurs ändern. |
| + | Vermutlich mitten in das Minenfeld unter uns....“ |
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| + | „Impulsnatrieb |
| + | abstellen. Wir steuern mit der Massenträgheit und den |
| + | Manövriertriebwerken hindurch!“, wies der Kampfpilot seinen |
| + | Co-Piloten kurz bevor sie das fremde Schiff passierten. Nun schwiegen |
| + | beiden Piloten und harrten mit gezügeltem Atem der Dinge die da |
| + | kommen sollten. Hinter ihnen waren ihm Passagierbereich waren die |
| + | noch immer feiernden Elite-Force-Leute zu hören, die von nichts |
| + | ahnten. Durch die großen Frontfenster beobachteten sie den immer |
| + | näher heranrückenden Frachter bis dieser wenige hundert Meter an |
| + | Ihnen vorbeiflog. Die auftretenden Gravitationsfelder durch den |
| + | Antrieb des anderen Schiffes schüttelten das wesentlich kleinere |
| + | Runabout kräftig durch. Ian konnte nur mit Mühe den Kurs durch |
| + | geschicktes Bedienen der Manövrierbarkeit, wobei die Hülle des |
| + | Frachters ihnen bedrohlich näher kam. Sie konnten die |
| + | Registriernummer und den Schiffsnamen in großen Lettern direkt vor |
| + | sich erkennen und der Ensign las beinahe ehrfurchtsvoll in halb |
| + | lautem Tonfall: "Tirka's Pride". |
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- | Schwach schimmerte blaues Mondlich durch die halb geöffnete Tür des kleinen Gästebadezimmers auf den grau-melierten Marmorfußboden. Der gut zwanzig Meter lange Hauptkorridor der Ferengi-Villa machte mit seinen üppigen Verzierungen, den in Latinum-abgesetzten Kanten und der weiß spiegelnden Decke sofort jedem Besucher eindrucksvoll die Größe des Gebäudes und den Reichtum des Besitzers klar. Zweifellos genau die Art Einschüchterung, mit der ein 1,56 kleiner Ferengi seine Geschäftspartner anstelle seiner eigenen Erscheinung zu beeindrucken versuchte.
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- | Im Moment allerdings gab die pure Dunkelheit nur wenige Details des langen Gangs preis und betonte mehr die gespenstische Weite und Unübersichtlichkeit des Anwesens.
| + | "Hörst du das?" erkundigte sich Lew bei Mark. Der Angesprochene lag mit angewinkelten Beinen auf seiner Pritsche und döste vor sich hin. Nun schlug er die Augen auf und lauschte angestrengt in die Stille. Nach einer Weile schüttelte er leicht irritiert den Kopf: „Ich höre nichts“, antwortete er. Sulik nickte: „Ich auch nicht. Ich schätze, wir sind angekommen und befinden uns im Orbit.“ Mark brummte zustimmend. An Bord eines Raumschiffes ließ das Fehlen jeglichen Antriebsgeräusches eigentlich nur einen solchen Schluss zu. „Aber im Orbit von... wo?“ fragte Mark dann. Lew sah ihn aus großen Augen an, bevor er heraus platzte: „Woher soll ich das wissen? Habe ich vielleicht 'Externer Sensor' auf meiner Stirn stehen?! Wo sind wir? Etwa bei 'Wetten, dass ich 100 Welten am fehlenden Antriebsgeräusch des Raumschiffs im Orbit erkennen kann?'?“ Mark verdrehte die Augen. Die nicht enden wollenden Tage der Gefangenschaft und die daraus resultierende unfreiwillige Untätigkeit zerrten an ihrer beider Nerven. Er antwortete nicht direkt, sondern meinte: „Mir gefällt das nicht. Warum haben wir seit Tagen nichts von unseren 'Gastgebern' gehört oder gesehen?“ Nun brummte Lew, bevor er entgegnete: „Du siehst wohl deine Felle bei der kleinen Viviane davonschwimmen, was? Tja, mein Freund, irgendwie schätze ich, dass eure Liebelei vorbei ist, bevor sie richtig begonnen hat!“ - „So ein Unfug!“ rief Mark daraufhin aus. „Du weißt ganz genau, dass da nix läuft und auch nie laufen sollte!“ Lew grinste ihn an und freute sich diebisch, seinen Kumpel erfolgreich auf die Palme gebracht zu haben. Was konnte er hier auch sonst groß anstellen? Doch Mark schien nun vor Tatendrang zu strotzen: „Wir sollten uns nochmal diesen Replikator vornehmen,“ deutete er auf das in der Wand eingebaute Gerät. „Schließlich müssen wir ja irgendwie hier raus kommen!“ Lews Augen folgten Marks Geste zu besagtem Gerät. „Und wie stellst du dir das vor? Mit einem Replikator, der nur auf 'Essen' und 'Trinken' reagiert? Ich schätze, an dem Ding würden sich sogar Charlie, Seeta und Andersson die Zähne ausbeißen, wenn sie versuchen würden, ihm mehr als nur diesen Scheiß-Fraß abzuringen.“ Mark musste seinem Freund und Kollegen insgeheim Recht geben, zumal sich ihre technischen Erfahrungen auf kleinere Reparaturen an den Spitfires und Azraels beschränkten. Keine dieser Maschinen hatte etwas an Bord, das einem Replikator auch nur entfernt nahe kam. Dann hatte er jedoch eine Idee: „Vielleicht müssen wir das auch garnicht. Vermutlich reicht es, wenn wir das Ding außer Gefecht setzen. Dann kommt bestimmt jemand vorbei, um hier nach dem Rechten zu sehen!“ Lew sah Mark skeptisch an, dann zuckte er die Schultern. „Was kanns schon schaden?“ meinte er dann. Interessiert beobachtete Mark anschließend, wie Lew daraufhin eines der Beine seiner Pritsche abschraubte, sich dann, das Stück Metall wie einen Baseballschläger schwingend, vor dem Replikator aufbaute und selbigen im Anschluss auf seine ganz eigene Weise umzuprogrammieren begann. |
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- | Alex Back hatte ihre Aufgabe im Wohnzimmer beendet und trat mit gezogenem Phaser und aktivierter Nachtsicht durch die Tür auf der Stirnseite vorsichtig zurück in den Korridor. Der Plan sah vor, dass sich jedes Mitglied des Teams nach erledigter Arbeit an der jeweiligen Tür zum Korridor in Warteposition begab.
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- | Binnen der nächsten zehn Sekunden erschienen an vier anderen Türen schwarze Gestalten und blieben in Schrittstellung stehn - bereit sofort auf jede Gefahr zu reagieren.
| + | An Bord der Katana war das Debriefing des Ausßenteams unterdessen abgeschlossen. Wie üblich war Captain Andersson froh, alle Mitglieder wieder wohlbehalten an Bord zurück zu wissen. Dass sie ihren Auftrag trotz der schwierigen Umstände so bravourös ausgeführt hatten, erfüllte den kommandierenden Offizier erneut mit einem gewissen Stolz. Nun konnten Seeta und Kova damit beginnen, jeden Schritt dieses kleinen Ferengi-Waffenhändlers zu überwachen. Der Captain hoffte inständig, dass ihnen dies nun den entscheidenen Durchbruch verschaffen würde. |
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- | Jeder Soldat hielt nun einen aktivierten Phaser in der Hand, der als Sicherung des Rückzugsweges dienen sollte. Black konnte die Flugbahnen und Phaser in ihrem Nachtsicht-Display sehen.
| + | Die ersten Stunden der Abhöraktion hatten bereits erste Ergebnisse geliefert. So hatte sich gezeigt, dass es ein Oberhaupt der Organisation gab, das sich selbst „Mr. X“ nannte. Gaila hatte mehrfach mit ihm Kontakt aufgenommen und diverse Bestellungen entgegen genommen. Leider ließen diese Gespräche aber keinerlei Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort des ominösen Mr. X zu. Offenbar befand sich ferner Viviane auf dem Weg zu Gaila; eine Tatsache, die sowohl Kova, als auch Garrick darüber rätseln ließ, wo sich wohl gerade die beiden Fighter-Piloten der Katana befinden mochten, wenn ihre Kontaktperson sich nun auf Gailas Mond aufhielt. |
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- | Da noch ein Mitglied des Teams fehlte, nutzte die Leiteren die Zeit, um sich ein reelles Bild der Umgebungsbedingungen zu machen, und schaltete die Nachtsicht aus. Dieser kurze Blick in die Dunkelheit machte ihr die Sicht des Ferengis bewusst und konnte entscheidende Informationen über ihre eigene Sichtbarkeit liefern.
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- | Die Zeit drängte mittler Weile. Der Zeitplan sah den geschlossenen Rückzug in zwanzig Sekunden vor. In 65 Sekunden sollten Sie wieder am Shuttle sein.
| + | Garrick Andersson befand sich in seinem Bereitschaftsraum und grübelte über die Frage, ob eine Erkundigung nach dem Wohlergehen seiner beiden Piloten bei Captain Alizondo das Risiko der Entdeckung der Katana rechtfertigte. Das Sternenflottenschiff hatte nun seit Tagen absolute Funkstille eingehalten, um die Gefahr einer Entdeckung durch die Vielzahl an Überwachungssatelliten innerhalb des Sonnensystems, in dem sich Gailas Mond befand, zu minimieren. Er konnte nur spekulieren, dass sich seine Männer noch auf Gemini befanden, doch erschien es ihm unlogisch, dass eine Organisation, die offensichtlich Interesse an den beiden gezeigt hatte, nun ihre einzige Verbindung zu ihnen abzog. |
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- | Gerade als Black die Nachtsicht wieder einschalten wollte, hörte sie das vertraute Zischen eines Sternenflottenhandphasers. Ein oranger Lichtschein erhellte den Türschlitz direkt rechts vor ihr.
| + | Der Captain wollte gerade einen Kanal zu Alizondo auf Gemini öffnen, als der Türsummer einen Besucher ankündigte. „Herein!“ sagte Garrick ohne zu Zögern und Lieutenant Kova betrat den Raum. „Mr. Kova!“ begrüßte der Kommandant seinen neuen Sicherheitschef. „Was kann ich für Sie tun?“ Der Vulkanier trat an den Schreibtisch heran und antwortete: „Captain, ich habe soeben ein beunruhigendes Gespräch, das Viviane mit Mr. X über Gailas Kommunikationssystem geführt hat, mitgehört.“ Garrick ging innerlich auf Roten Alarm. In der Zeit, die er nun schon in der Sternenflotte gedient hatte, hatte er gelernt, dass einem das Wasser oftmals höher als bis zu Hals stand, wenn ein Vulkanier Adjektive wie „beunruhigend“, „alarmierend“ oder „nicht ermutigend“ in den Mund nahm. „Über was haben die beiden gesprochen?“ wollte er daher wissen. „Neben einem gewissen Maß an Small-Talk bezog sich das Gespräch im Kern auf unsere Piloten Lieutenant Commander Sulik und Lieutenant De Boer. Allem Anschein nach befinden sich die beiden auf einem Frachter, der von einem gewissen Tirka befehligt wird. Jedoch hält Mr. X sie für eine Bedrohung seiner Organisation und hat ihre Eliminierung angeordnet.“ Definitiv stand das Wasser nun bis zum Hals. „Und wo befindet sich dieser Frachter?“ wollte Garrick wissen. „Diese Information war bedauerlicherweise nicht Inhalt des Gesprächs, Sir“, antwortete Kova und ergänzte: „Es liegt aber die Vermutung nahe, dass sowohl Mr. X als auch Viviane den Standort jenes Schiffes kennen.“ Der Captain überlegte kurz und ordnete seine Optionen. Dann klopfte er auf seinen Kommunikator: „Andersson an die Führungsoffiziere: Besprechung in fünf Minuten!“ Daraufhin erhob er sich, bedeutete Kova mit einem kurzen Nicken, ihm zu folgen, und eilte über die Brücke in den Besprechungsraum. |
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- | Als sie instinktiv sofort die Nachtsicht wieder einschaltete, sah sie gerade noch die anderen Teammitglieder in ihren Räumen verschwinden. Sie alle wussten, dass sie zu weit entfernt waren, um den betreffenden Raum noch zu erreichen, bevor der dicke kleine Ferengi aus dem Bad kam.
| + | Vier Minuten später forderte Garrick Lieutenant Kova auf, seinen Bericht für die übrigen Offiziere zu wiederholen. Als der Vulkanier geendet hatte, blickte der Captain in eine Reihe bestürzter Gesichter. Als niemand etwas sagte, hob er an: „Die einzige Option, die ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehe, um unsere Leute dort herauszuholen, ist, Viviane und Gaila umgehend hochzunehmen. Oder sieht irgendjemand von Ihnen eine andere Möglichkeit, den Standort des Frachters zu bestimmen?“ Ian Paice, der Lew Sulik während dessen Abwesenheit vertrat, rutschte ein wenig auf seinem Stuhl herum. Seine Bewegung entging dem Blick des Captains nicht und er erkundigte sich: „Lieutenant?“ Der Pilot antwortete mit einer Gegenfrage: „Wie heißt der Kommandant des Frachters noch gleich?“ Kova kam dem Captain zuvor: „Tirka.“ Ian nickte: „Dann befinden sich Lew und Mark im Orbit von Gailas Mond“, folgerte der Pilot. Kova zog nicht als Einziger fragend eine Augenbraue hoch. Garrick beugte sich ein wenig vor. „Wie kommen Sie zu diesem Schluss?“ Ian räusperte sich leicht, bevor er erklärte: „Während unseres Rückfluges vom Mond begegneten wir einem ankommenden Frachter. Der Name des Frachters lautete: 'Tirka's Pride'.“ |
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- | Dieser war nun scheinbar aus seinem Schlaf erwacht und dabei fast ersoffen. Er musste durch den Schreck abgerutscht und mit dem Gesicht unter Wasser geraten sein. Alex Black vernahm Geräusche aus dem Badezimmer, die sie zu dieser Folgerung brachten.
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- | Die Leiterin musste sich nun schnell entscheiden. Während Sie zwischen der Badezimmertür und dem betreffenden Zugung zu ihrem Kollegen hin und hersah, rief Sie über Funk: "Fünf, Bericht!"
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- | Keine Antwort.
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- | "Fünf, Zeit ist Null! Bericht!"
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- | Wieder nichts.
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- | Dann erhellte das eingeschaltete Deckenlicht des Badezimmers das Flur und blendete Black einen Augenblick. Verwundert schoß ihr die Frage durch den Kopf, wie dieser kleine übergewichtige Prolet es so schnell aus der Wanne geschafft hatte. Dann konzentrierte Sie sich wieder. Sie musste herausfinden, was da passiert war.
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- | "Fünf, Der Dicke ist wach! Abmarsch! Sofort!"
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- | Keine Meldung.
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- | Dann vernahm sie abermals die nackten kleinen Füße des Ferengis, die sich der Tür des Badezimmers näherten.
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- | Black hatte jetzt keine Zeit mehr. Sie musste handeln. Noch drei Schritte, noch zwei . . .
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- | Alex Black machte zwei schnelle Schritte auf die angelehnte Tür rechts neben ihr zu und öffnete sie beherzt aber nahezu Geräuschlos. Sie schlüpfte mit dem Phaser voran ins Innere und sah sich grob um, während Sie mit der linken Hand die Tür wieder zuschob und anlehnte. Ob der Ferengi sie gesehen hatte, wusste Sie nicht. Sie hatte keine Zeit mehr gehabt, sich umzusehen. Die Situation war nun alles andere als unter Kontrolle.
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- | Ihr Rückzugsweg war nicht sicher und das verbleibende Teammitglied Fünf war nirgends zu sehen.
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- | Als sich Alex Black nun in der Küche umsah, erkannte Sie, wo sie sich befand. Sie wusste, dass sich Ihre Lage gerade noch mehr verschlechtert hatte und sie Gefahr entdeckt zu werden, größer den je war.
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- | Schnell lief Sie um den großen hohen Tresen der Küche herum um ihre Nummer Fünf zu finden. Im Display der Nachtsicht traf der Zielstrahl ihres eigenen Phaser zuerst auf den am Boden knieenden vermissten Soldaten. Dieser hatte ebenfalls seinen Phaser gehoben und zielte auf Black, bis er seine Teamleiterin erkannt hatte. Augenblicklich ließ er den Phaser sinken.
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- | "Eins" flüsterte er.
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- | "Fünf, warum antworten Sie nicht?" wollte Commander Black leise wissen.
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- | Nummer Fünf deutete auf eine am boden liegende kleine schwarze Gestalt und antwortete angestrengt und verärgert während er sich mit der linken Hand am Hals abtastete: "Dieses Mistvieh hat mich angegriffen. Das Mikro ist hin. Ich kann nun noch hören."
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- | Für einen Moment sah sich Black die leblose Gestalt am Boden an und versuchte etwas Vertrautes zu entdecken. Dann sah sie Nummer Fünf fragend an und sagte etwas helmisch: "Das is ne Katze, oder?"
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- | "Das ist ein gerfährlicher Abkomme einer Katze. Sehen Sie sich die Krallen an!" erwiderte Nummer Fünf aufgeregt.
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- | "Und sie haben Sie erschossen?"
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- | "Nur betäubt. Obwohl sie es verdient hätte."
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- | Bevor Black noch etwas anfügen konnte, knisterte es in ihrem Funkgerät:
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- | "Eins, Achtung. Ferengi in fünf!"
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- | Black hatte es geahnt, die Küche war um diese Zeit der letzt Ort, an dem man sich vor einem Ferengi wie Gaila verstecken sollte.
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- | Nummer Fünf hatte es ebenfalls gehört und hatte bereits eine Keksdose vom Tisch genommen und geöffnet. Er verteilte die Kekse um die Katze herum und legte auch die Dose und den Deckel auf den Boden neben das leblose Tier.
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- | Unterdessen antwortete Black über Funk: "Sorgt für Ablenkung! Sofort!"
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- | Auf dem Korridor ging Gaila direkt auf die angelehnte Kückentür zu. Er hatte nicht so sehr etwas gehört, das ihm verdächtig vorkam. Statt dessen befand er sich nach seiner Schlafwanderung um zwei Uhr frühs in einer Misere - er hatte Hunger. Also begab er sich nichts ahnend auf der Suche nach Nahrung in Richtung Küche.
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- | Drei Schritte vor der Tür zur Küche ließ ihn jedoch die vom Wind zu fliegende Tür des Badezimmers, das er eben verlassen hatte, erschrocken herum fahren. Einen Moment lang sah er der Tür zu, wie diese durch den Stoß wieder ein Stück auf ging und dann noch ein mal krachend in Schloss fiel. Dieses Mal hatte sich die Tür allerdings ganz geschlossen.
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- | Gaila wandte sich wieder um und betrat die Küche.
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- | Kaum war der Ferengi aus dem Flur verschwunden, traten Black und die Nummer Fünf aus dem Schatten der Wohnzimmertür hervor und liefen leise und schnell den Flur entlang Richtun Ausgang. Unterwegs reihten sich die anderen Mitglieder ein und schließlich verließen die sechs Soldaten das Gebäude.
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- | 45 Sekunden später saß das gesamte Elite-Force-Team im Shuttler Rhine und aktivierte den Antrieb und die Tarnung.
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- | Die Villa des Ferengis lag im halbdunkel des indirekten Sonnenlichtes des Systems und wirkte so friedlich, wie eh und je. Bis der Bewohner schließlich sein Haustier fand:
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- | "Fungus, du Rindvieh! Wie oft hab ich dich schon von den Keksen weg gescheucht! Das hast du jetzt davon! Scheiße bist du blöd!"
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- | "Klasse Arbeit Männer! Lehnt euch zurück und genießt den Heimflug. Ich schreibe den Bericht für den Captain." verkündete Alex Black an Bord der Rhine, die ihre Ausrüstung abgelegt hatte und zwischen den restlichen Mitligedern und durch die Tür ins Cockpit verschwand.
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- | "Sag mal, und du hast echt ne Katze erschossen?"
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- | Der Soldat mit der Nummer Drei, ein junger Typ Namens Guy aus Irland hatte sich nach vorn gebeugt und den ihm direkt gegenüber sitzenden Andrew nur ein wenig necken wollen.
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- | "Das war keine Katze."
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- | Beteuerte Andrew immernoch verärgert und als sein Gegenüber sich ohne darauf zu reagieren zurück lehnte, sah Andrew auch die anderen fragend an. Seine anderen Kameraden zuckten teils mit den Schulter und schmunzelten, aber niemand antwortete.
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- | "Das WAR keine KATZE! Seht euch meinen Hals an!"
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- | Andrew zeigte seinen verkratzten etwas blutigen Hals. Schließlich bellte Nummer Sechs:
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- | "Die Muschi hat dich ja ordentlich zugerichtet. Du solltest sofort einen Verterinär aufsuchen!"
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- | Ein anderer ergänzte: "Ja, vielleicht verschreibt der dir nen Tampon."
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- | Daraufhin lachten alle herzlich los, während sie ihre Ausrüstung ablegten. Andrew fand as gar nicht lustig. Zumindest nicht sofort.
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- | Schließlich machte er sich bewusst, dass dieses mal er den Schaden hatte, und beim nächsten mal würde er genau die selben Witze über die anderen machen. So war es immer und so würde es immer sein. Es gibt eben nichts schöneres, als zusammen zu lachen. Und so brach auch er bald in Gelächter aus.
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- | Black war inzwischen bei den Piloten angekommen.
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- | "Hey, können wir den Replikator benutzen und n bisschen Musik aufdrehen ohne entdeckt zu werden?" fragte sie die Piloten?
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- | "Den Replikator würde ich nicht unbedingt benutzen. Die Energiespitze könnte auffallen. Aber da Schallwellen nicht nach außen können, drehen Sie ruhig auf!" antwortete der Pilot.
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- | "Also Gitarrenmusik und Notrationen." folgerte Black: "Naja, die Crew hat schon schlimmere Missionen durchgestanden."
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- | "Feiern Sie schön! Wir informieren Sie morgen eine Stunde vor Ankunft bei der Katana!"
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- | Dann verließ Black das Cockpit und kehrte mit den Händen voll Notrationen in den Crewraum zurück.
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- | Ihr Team sah zu ihr auf und unterbrach angesichts der 'leckeren' Aussichten ihre Arbeiten. Alle sahen sie enttäuscht an.
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- | "Na kommt schon Jungs, mit Musik ist das Leben leichten." kommentierte Black und warf ein paar Rationsbeutel in die Menge, die von den Männern aufgefangen wurden.
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- | Dann schlug sie mit der Faust auf die Wandkonsole neben ihr und sofort hallten die ersten Akkorde von Stevie Wonders Superstition durch den kleinen Raum und erhellten die Gesichter des Teams.
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- | "Und weil ihr alle so brav wart, habe ich noch etwas anderes vorbereitet." rief Black laut über die Musik und die Feiernden hinweg.
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- | Sie schlug abermals auf die Konsole und unter dem Display flog eine automatische Luke zur Seite und gab die Sicht auf drei Flaschen irdischen Whisky frei.
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- | Während die Männer jubelnd die Arme hoch rissen nahm Black die ersten beiden Flaschen aus dem Schrank und warf sie den fangbereitet Kollegen zu.
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- | Dann nahm sie sie dritte Flasche raus und machte eine werfende Geste richtung Andrew, ließ die Flasche aber nocht los. Sie stoppte plötzlich ihre Bewegung und sah Andrew an: "Keine betäubten Katzen mehr Andrew!" sagte sie lächelnd aber mit einer Spur Ernst in ihrer Mine.
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- | Dieser seufzte und ließ die Arme sinken. Dann sagte er halb ernst halb hönisch: "Commander - ich verspreche es hoch und heilich!"
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- | Daraufhin warf Black ihm die letzte Flasche hin und sie alle feierten den Erfolg der Mission zusammen.
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- | Alex Black war stolz auf diese Mission und ihr Team.
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- | Eine Einheit kann zwar gut trainiert sein und einen Einsatz planmäßig erledigen. Aber noch stolzen konnte man sein, wenn man auch in Streßlösungssituationen zusammen hielt und die Mission zu Ende bringen konnte. Heute hatte sich ein weiteres mal der Nutzen dieser Einheit bewiesen.
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- | Computerlogbuch: Eintrag ENDE
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